Was wir wünschen

  • Wachsende Einsicht, dass die wahrzunehmenden Instabilitäten unserer Demokratie als politische Wertegemeinschaft 20 Jahre nach der demokratischen Revolution ohne Panik als gesamtdeutsches Problem und gesamtdeutsche Aufgabe verstanden werden muss;
  • wachsende Einsicht, dass das unglaublich hohe gesellschaftliche Engagement vieler Akteure/innen, Initiativen, Vereine, Kirchgemeinden usw. verlässliche Unterstützung braucht, soll das Stichwort „Nachhaltigkeit“ nicht zur Wortblase verkommen;
  • wachsende Einsicht, dass der demokratische Staat als bisher wichtigster Geldgeber nur sehr begrenzt Einfluss nehmen kann und darf, wenn es um Denken, politische Meinungen und Haltungen geht. – Außerdem führte und führt die Kürzung staatlicher Mittel vielerorts zum Verlust des bisher Erreichten. Staatliche Akteure/innen neigen dazu, eher eigene öffentlichkeitswirksame symbolische Aktionen (z. B. Kampagnen) zu finanzieren als demokratische „Graswurzelarbeit“, die zu Werbezwecken schwer darstellbar ist.

Weil wir wissen, das diese Lücken im Osten mangels Wirtschaftskraft über Sponsoring nicht zu schließen, im ländlichen Raum vorhandene Potentiale unvergleichlich schwächer als in Großstädten ausgeprägt sind, werben wir für Einsicht und Engagement zur Unterstützung demokratischer Lebensformen insbesondere für die ländlichen Räume der östlichen Bundesländer. Wir befürchten weiter Erosionen der Akzeptanz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, der Potenziale für demokratische Mitverantwortung und Mitgestaltung, wenn nichts getan wird. – Mittel für Bildungs- und Kulturarbeit, für Aktionen zu Gunsten des demokratischen Gemeinwesens können aber dort selbst kaum aufgebracht werden. Es müssen Arbeitsmodelle aufgenommen oder gefunden werden, die den Menschen auf dem Lande hilfreich und darum plausibel erscheinen.